Die ISO 26000

Ende 2010 wurde die ISO 26000 als Leitfaden für gesellschaftliche Verantwortung und Nachhaltigkeit in Unternehmen veröffentlicht. Damit ist sie im Bereich der ISO Normen die zentrale Verankerung des CSR Gedankens – Corporate Social Responsibility. Sie versucht was bislang noch nicht geschehen ist: eine international einheitliche Linie zu den unterschiedlichen CSR Definitionen. An der Ausarbeitung waren Interessenvertreter (Stakeholder) aus etwa 100 Ländern beteiligt. Das internationale Verständnis und die thematisch bewusst breit angelegte Darstellung macht die ISO 26000 einzigartig.

AUSBILDUNG: Mit der Ausbildung CSR Manager ISO 26000 setzen Sie das Thema Nachhaltigkeit effizient im Unternehmen um.

Geschichtliche Entwicklung der ISO 26000 und des CSR Management

Begriffe wie „Gesellschaftliche Verantwortungsübernahme“ oder „Nachhaltigkeit“ sind keine Modewörter des 21. Jahrhunderts. Bereits in der Antike sprachen Philosophen von gesellschaftlicher Verantwortung, der Begriff des ehrbaren Kaufmanns wurde im Hochmittelalter in Italien geprägt und den Nachhaltigkeitsbegriff schließlich verwendet Hans Carl von Carlowitz 1713 als Erster, damals in Bezug auf die Waldwirtschaft. Er wollte sinngemäß sagen, dass beim Roden des Waldes auch zukünftige Generationen bedacht und schonend mit den Ressourcen umgegangen werden muss.  Bis es aber zur ISO 26000 kam hat es noch bis Ende des Jahres 2010 gedauert, das waren von den ersten Überlegungen 2002 immerhin acht Jahre bis zur Veröffentlichung des Leidfadens. Nach mehreren Jahren Arbeit und der Berücksichtigung von weit über 10.000 Kommentaren wurde im Frühjahr 2010 der finale Entwurf der ISO 26000 vorgelegt. Dieser wurde im September 2010 verabschiedet und am 1. November veröffentlicht.

 

Wozu die ISO 26000?

Die ISO 26000 – Guidance on Social Responsibility als Leitfaden für gesellschaftliche Verantwortung und Nachhaltigkeit in Unternehmen bietet eine weltweit einheitliche Richtlinie zu den verschiedenen Interpretationen von Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung, also von CSR Corporate Social Responsibility. Sie fasst unterschiedliche Anforderungen an die Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung strukturiert und international anerkannt zusammen. Vertreter aus 100 Nationen und allen Bereichen (Industrievertreter, Verbraucher,…) haben sich an der Erstellung und Fertigstellung des Leitfadens ISO 26 000 beteiligt. Die ISO 26000 unterscheidet sich von anderen Normgefügen durch die klar internationale Ausrichtung und breit gefächerte Darstellung. Mit der ISO 26 000 möchte die ISO eine Basis für ein weltweit einheitliches Verständnis der gesellschaftlichen Verantwortung schaffen und zwar im CSR Sinn für die Bereiche Ökologie, Ökonomie und Soziales. Die Grundlage hierfür wird durch eine gemeinsame Definition und gleiche Erhebungsmethoden geschaffen.

Mit der ISO 26000 (Guidance on Social Responsibility) begibt sich die ISO (International Organisation for Standardization) auf ein neues Gebiet im Bereich der Verfahrensstandards. Die ISO 26000 ist nicht zertifizierbar, sie soll Unternehmen und Organisationen als freiwilliger Leitfaden dienen, um gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und diese im internationalen Umfeld vergleichbar machen. So kann das Unternehmensimage positiv belegt und Wettbewerbsvorteile generiert werden. Bei der Erarbeitung wurden auch bereits existierende internationale Verträge herangezogen, so etwa die Richtlinien der der International Labour Organisation (ILO). Bereits vor der international einheitlichen ISO 26000 gab es Leitsätze (die nach wie vor bestehen), die dem CSR Konzept als Grundlage dienten. Die wichtigsten lassen sich mit den OECD-Grundsätzen, dem United Nations Global Compact und der Grundsatzerklärung International Labour Office (ILO) zusammenfassen.

VORLAGENPAKET: Nutzen Sie das Vorlagenpaket Mitarbeitermanagement und treffen Sie nachhaltige Mitarbeiterentscheidungen.

Zum Seitenanfang

CSR Leitsätze für multinationale Unternehmen

Die OECD-Leitsätze stellen eine Empfehlung von Regierungen an multinationale Unternehmen für verantwortliches Handeln dar. Die OECD Leitsätze gliedern sich sinngemäß in die nachfolgenden 10 Kapitel:

• Offenlegung der Grundsätze und Ziele der OECD-Leitsätze
• Unternehmen informieren umfassend – nicht nur über ökonomische Geschäftsergebnisse, sondern zusätzlich über soziale und umweltrelevante Aspekte sowie
absehbare Risiken
• Arbeitnehmer/innen werden unter Berücksichtigung der international anerkannten Kernarbeitsnormen beschäftigt und die konstruktive Zusammenarbeit
zwischen Unternehmen und Arbeitnehmerorganisationen wird angestrebt
• Unternehmen verfügen über ein effizientes Umweltmanagement, gewährleisten eine  transparente Umweltberichterstattung und orientieren sich am
Vorsorgeprinzip
• Unternehmen arbeiten aktiv gegen Korruption an
• Es werden faire Geschäfts- und Vermarktungspraktiken angewandt, die die Sicherheit  und Qualität der Produkte und Dienstleistungen wird sicherstellen
• Technologie- und Wissens-Transfer (unter Beachtung von Rechten an geistigem Eigentum) wird unterstützt
• Das Wettbewerbsrecht wird eingehalten und es wird „kartellfrei“ gewirtschaftet
• Steuergesetze und -vorschriften der jeweiligen Ländern werden befolgt
• Nationale Kontaktstellen durch die Regierungen werden eingerichtet

 

United Nations Global Compact

Der United Nations Global Compact ist eine internationale Allianz zwischen den Vereinten Nationen und der Privatwirtschaft. Das Ziel, das erreicht werden soll ist die weltweite Vernetzung und Förderung von sozialem Engagement.

Der United Nations Global Compact richtet sich nach 10 Prinzipien aus:

1.     Unternehmen sollen die internationalen Menschenrechte in ihrem Einflussbereich schützen
2.     Unternehmen sollen zusätzlich sicherstellen, in keiner Weise durch ihr unternehmerisches Handeln an Menschenrechtsverletzungen beteiligt zu sein
3.     Vereinigungsfreiheit und das Recht zu Kollektivverhandlungen müssen gewahrt werden
4.     Abschaffung von Zwangsarbeit
5.     Abschaffung von Kinderarbeit
6.     Keine Diskriminierung bei Anstellung und Beschäftigung
7.     Präventiver Umgang mit negativen Umwelteinflüssen
8.     Verantwortungsübernahme gegenüber der Umwelt
9.     Entwicklung und Verbreitung umweltfreundlicher Technologien
10.   Aktives Arbeiten gegen Korruption

SEMINAR: Mit dem Seminar GRI Richtlinien – Nachhaltigkeitsberichte lernen Sie einen GRI-Leitfaden zu erstellen.

Grundsatzerklärung International Labour Office (ILO)

Die Grundsatzerklärung der ILO über “Multinationale Unternehmen und Sozialpolitik” (MNE) stellt einen internationalen Konsens zwischen Regierungen, Gewerkschaften und Unternehmensverbänden dar. Diese Grundsatzerklärung, die auf Freiwilligkeit beruht, fordert Regierungen auf, ihr nationales Recht gem. den Grundsätzen der ILO-Übereinkommen zu gestalten. Unternehmen sollen neben der Beachtung des nationalen Arbeitsrechts und internationaler Menschenrechtsvereinbarungen die nachfolgenden Kernarbeitsnormen einhalten:

Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen
• Keine Diskriminierung bei Anstellung und Beschäftigung
• Keine Zwangs- und keine Kinderarbeit

Arbeitsbeziehungen
• Keine eingeschränkten Gewerkschaftsrechte durch Regierungen
• Arbeitnehmer und Unternehmensleitungen sollen regelmäßig zu Themen gemeinsamen Interesses beraten
• Arbeitnehmer erhalten Beschwerdemöglichkeiten bei Verstößen gegen Arbeitsstandards

Beschäftigung
• Unternehmen sollen langfriste Arbeitsplätze sowie Ausbildungsstellen bereit stellen

Lebens-und Arbeitsbedingungen
Die Arbeitnehmer multinationaler Unternehmen sollen im Vergleich zu anderen Arbeitnehmern des jeweiligen Landes im Bereich der Arbeits- und Lohnbedingungen keine Nachteile haben.